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Strategien
Trading Plan
Risiko
Beginner

Trading Plan erstellen: Dein 91-Tage-Fahrplan

Das wirst du lernen:

  • Welche sechs Bausteine in einen Trading Plan gehören
  • Warum die meisten Pläne nach zwei Wochen in der Schublade liegen
  • Wie du in 91 Tagen vom leeren Blatt zum ersten echten Trade kommst
  • Woran du nach 13 Wochen misst, ob dein Plan funktioniert

Ein Trading Plan ist kein Dokument für den Aktenordner. Er beantwortet eine einzige Frage: Was genau tust du, wenn sich der Markt bewegt – und was tust du nicht?

Auf dieser Seite bekommst du meinen 91-Tage-Fahrplan zum Selbermachen, Woche für Woche als Checkliste. Vorher klären wir, was in einen Plan gehört und warum die meisten daran scheitern.

Was ist ein Trading Plan?

Definition

Ein Trading Plan ist ein schriftliches Regelwerk, das vor dem ersten Trade festlegt, welche Märkte du handelst, wann du einsteigst, wo dein Stop liegt, wie viel du riskierst und wie du jeden Trade auswertest.

Der Plan trennt Entscheidung und Ausführung. Entschieden wird vorher, in Ruhe, ohne offene Position. Am Chart führst du nur noch aus. Genau das ist der Unterschied zwischen Traden und Reagieren.

Ein Plan ist kein Versprechen auf Gewinn. Er macht dein Trading messbar – und nur was du messen kannst, kannst du verbessern.

Warum die meisten Trading-Pläne scheitern

Die meisten Pläne scheitern nicht am Inhalt, sondern an einem dieser vier Fehler:

  • Gar kein Plan: Video gesehen, Konto eröffnet, losgelegt. Jede Entscheidung fällt mit offener Position – also im schlechtesten Moment.
  • Ein Plan ohne Umsetzung: „Ich trade nur Trends, maximal zwei Prozent Risiko.“ Klingt gut. Aber was ist ein intakter Trend? Wo genau ist der Einstieg? Solange das offen ist, entscheidet doch wieder das Bauchgefühl.
  • Zu viel auf einmal: Fünf Setups, drei Zeiteinheiten, zehn Indikatoren. Nichts davon wird lange genug gehandelt, um zu wissen, ob es funktioniert.
  • Keine Dokumentation: 50 Trades, Geld weg, keine Ahnung warum.

Der Fahrplan unten setzt genau dort an: ein Setup, feste Regeln, jeder Trade dokumentiert – und echtes Geld erst, wenn die Zahlen im Demokonto stimmen.

Trading-Plan mit festen Regeln

Die sechs Bausteine eines Trading Plans

Ein vollständiger Plan beantwortet sechs Fragen. Fehlt eine Antwort, füllt sie im Ernstfall deine Laune.

BausteinDie FrageSo beantworte ich sie
1. MarktauswahlWas handelst du – und was nicht?Eine feste Watchlist, gefiltert nach Marktqualität: Gaps, Volatilität, saubere Kerzen.
2. SetupWann steigst du ein?Nur Korrekturen in einem intakten Trend, an vorher gezeichneten Zonen.
3. RisikoWie viel setzt du pro Trade aufs Spiel?Maximal ein Prozent des Kontos. Die Positionsgröße ergibt sich aus Risiko und Stop-Abstand.
4. Trade-ManagementWann sicherst du ab, verkaufst teilweise, schließt?Steht vor dem Einstieg fest – nicht erst, wenn der Trade läuft.
5. DokumentationWie wertest du aus?Jeder Trade im Tagebuch: vorher geplant, hinterher ausgewertet.
6. Regeln für dichWann hörst du auf?Höchstzahl an Trades pro Woche, Pause nach Regelbrüchen.

Tipp

Schreib deinen Plan so, dass ein Fremder ihn ausführen könnte. Wenn er fragen muss, was du mit „starker Zone“ meinst, ist die Regel noch nicht fertig.

Die Reihenfolge ist kein Zufall. Sie folgt meinen neun Phasen: erst Selektion und Analyse, dann Planung und Risiko, erst danach die Eröffnung. Wer mit dem Einstieg anfängt, plant von hinten.

Warum 91 Tage?

Weil Trading ein Handwerk ist. In zwei Wochen wird niemand Zimmermann, und in zwei Wochen lernt niemand traden.

91 Tage sind 13 Wochen. Das reicht für ein Fundament, ein schriftliches Regelwerk, 20 dokumentierte Demo-Trades und ein paar Wochen mit kleinem echtem Geld. Wer länger braucht, wiederholt die Demo-Phase. Besser sechs Monate Demo als nach vier Wochen pleite.

Hinweis

Rendite ist in diesen 91 Tagen bewusst kein Ziel. Gemessen wird Regeltreue: Wie oft hast du getan, was dein Plan sagt? Wer in den ersten Wochen auf den Kontostand schaut, optimiert das Falsche.

Der 91-Tage-Fahrplan: Was ich in welcher Woche tun würde

Du kannst diesen Fahrplan eins zu eins abarbeiten. Die Reihenfolge ist wichtiger als das Tempo: Wer Woche 5 vor Woche 3 macht, baut auf Sand.

Wochen 1–2: Fundament legen

  • Grundlagen-Kapitel der Dokumentation durcharbeiten – Märkte, Ordertypen, Hebel, Gebühren
  • TradingView einrichten und ein Demokonto eröffnen – noch kein einziger Trade
  • Watchlist mit 10–15 Märkten anlegen, die du wirklich beobachten willst
  • Handelszeiten deiner Märkte notieren: Wann ist Volumen da, wann handelst du nicht?

Wochen 3–4: Regelwerk schreiben

  • EIN Setup schriftlich definieren: Wann steige ich ein, wo liegt der Stop, wo das Ziel?
  • Risikoregel festlegen – ich riskiere pro Trade maximal ein Prozent des Kontos
  • Positionsgrößen berechnen üben mit dem Lot-Size-Rechner
  • Trading-Tagebuch anlegen: Datum, Markt, Setup, Risiko, Ergebnis, Fehler

Wochen 5–8: Das Setup im Demokonto

  • Nur das eine Setup handeln. Kein zweites, egal wie verlockend
  • Jeden Trade VOR dem Einstieg planen und dokumentieren – nicht hinterher
  • Jede Woche ein Review: Wie viele Trades liefen nach Regel? Die Zahl zählt, nicht der Gewinn
  • Weiter geht es erst, wenn 20 dokumentierte Demo-Trades im Tagebuch stehen

Wochen 9–12: Klein und echt

  • Kleinste sinnvolle Positionsgröße, die Ein-Prozent-Regel bleibt
  • Fokus auf Ausführung: gleicher Prozess wie im Demo, nur mit echtem Geld und echten Emotionen
  • Fehlerliste führen – jeder Regelbruch wird notiert, nicht wegdiskutiert
  • Nach einem Regelbruch: eine Woche zurück ins Demokonto. Das ist keine Strafe, das ist Training

Woche 13: Bilanz ziehen

  • Auswertung nach Regeltreue: Wie oft hast du dich an deinen eigenen Plan gehalten?
  • Entscheidung treffen: weitermachen, Setup anpassen oder zurück ins Demo
  • Rendite ist nach 91 Tagen das falsche Messinstrument. Ein Plan, den du hältst, ist das Ergebnis
Die Vorlage zum Abhaken liegt im Mitgliederbereich.

Den Fahrplan als ausfüllbare PDF-Vorlage bekommst du kostenlos im Mitgliederbereich – zusammen mit dem Podcast-Kurs, meinen TradingView-Watchlisten und kostenlosen Indikatoren. Registrieren, runterladen, abhaken.

Für wen ist der Fahrplan?

Der Fahrplan passt zu dir, wenn:

  • du Trading ernsthaft lernen willst und keine Abkürzung suchst
  • du mindestens drei Monate einplanst
  • du im Demokonto übst, bevor echtes Geld im Spiel ist
  • du bereit bist, jeden Trade aufzuschreiben

Er passt nicht zu dir, wenn:

  • du in zwei Wochen vom Trading leben willst
  • du keine Zeit für Dokumentation hast
  • du sofort mit echtem Geld starten willst

Podcast

Wie meine neun Phasen aufgebaut sind – von der Auswahl des Marktes bis zum Schließen des Trades –, zeige ich dir in dieser Folge als Video:

The Daily Gap Closer – kostenloses Playbook als PDF

Häufige Fragen zum Trading Plan

Was gehört in einen Trading Plan?

Sechs Bausteine: Marktauswahl, Setup, Risiko pro Trade, Trade-Management, Dokumentation und Regeln für dich selbst, etwa eine Höchstzahl an Trades pro Woche. Jede Regel sollte so konkret sein, dass ein Fremder sie ausführen könnte.

Wie lange dauert es, einen Trading Plan zu erstellen?

Aufschreiben kannst du ihn an einem Wochenende. Ob er funktioniert, zeigt sich erst im Demokonto. Ich rechne mit mindestens 20 dokumentierten Demo-Trades, bevor echtes Geld ins Spiel kommt – deshalb 91 Tage.

Brauche ich als Anfänger wirklich einen Trading Plan?

Gerade dann. Ohne Plan fällt jede Entscheidung mit offener Position, und genau dann ist das Urteilsvermögen am schlechtesten. Der Plan nimmt dir diese Entscheidungen vorher ab.

Wie viel Risiko pro Trade gehört in den Plan?

Ich riskiere pro Trade maximal ein Prozent des Kontos. Die Positionsgröße ergibt sich dann aus diesem Betrag und dem Abstand zum Stop – ausrechnen kannst du sie mit dem Lot-Size-Rechner.

Gibt es eine Vorlage für den Trading Plan?

Ja. Den 91-Tage-Fahrplan gibt es als ausfüllbare PDF-Vorlage kostenlos im Mitgliederbereich von chart.tech.

Mit einem Plan steht fest, was du tust. Wie viel du dabei pro Trade riskierst und wie du Verluste begrenzt, ist Thema des nächsten Kapitels: Risiko- und Money-Management.

Philipp Greineder

Über den Autor

Philipp Greineder

Trader seit 2009 · Gründer & Head Coach von chart.tech

17+ Jahre am Markt, seit 10 Jahren hauptberuflich. Price Action mit klarer Struktur — eigenes Geld, eigene Handschrift, keine Show.

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