Lot Size Rechner: Positionsgröße berechnen für ein Risiko, das du vorher kennst
Die meisten Trading-Verluste entstehen nicht durch eine falsche Markteinschätzung, sondern durch eine zu große Position. Seit 2018 muss jeder CFD-Broker in der EU offenlegen, wie viele seiner Kleinanlegerkonten Geld verlieren — je nach Anbieter stehen dort rund 77 bis 89 Prozent. Diese Zahl sagt wenig über Chartanalyse und viel über Risikomanagement.
Ob du ihn Lot Size Rechner, Lot-Rechner oder Positionsrechner nennst: Das Werkzeug unten rechnet dir in Sekunden aus, wie groß deine Position sein darf – aus Kontogröße, Risiko in Prozent und Stop-Loss-Abstand. Für Forex (Lots), CFDs und Futures.
Das Muster ist fast immer dasselbe: Jemand kann Charts lesen, versteht Marktzusammenhänge und unterscheidet einen Trend von einer Seitwärtsphase — und verliert trotzdem. Nicht weil die Analyse falsch war, sondern weil die Position zu groß für das Konto war. Genau dafür ist dieser Rechner da: Er übersetzt dein Risiko in eine Stückzahl.
Warum die Positionsgröße wichtiger ist als die Trefferquote
Der häufigste Grund für ein zerlegtes Konto ist nicht die falsche Richtung, sondern die falsche Größe. Wer bei jedem Trade so viel riskiert, dass eine normale Verlustserie das Konto halbiert, braucht keine schlechte Analyse mehr, um zu scheitern.
Ein Trader mit 60 Prozent Trefferquote kann sein Konto trotzdem vernichten, wenn er bei den 40 Prozent Verlusttrades zu viel riskiert. Umgekehrt kann jemand mit 40 Prozent Trefferquote profitabel sein, wenn Risiko und Zielabstand stimmen. Das ist keine Ansichtssache, sondern Rechnen — und genau diesen Teil nimmt dir der Rechner ab.
Hinweis: Eine hohe Trefferquote macht ein System nicht profitabel. Entscheidend ist das Verhältnis von Gewinn- zu Verlustgröße — und dass die Verluste eine feste Obergrenze haben.
Der fundamentale Denkfehler beim Position Sizing
Die meisten Anfänger — und viele erfahrene Trader — denken in absoluten Zahlen: „Ich kaufe 100 Apple-Aktien“ oder „Ich gehe mit 5 DAX-CFDs long“. Die Stückzahl steht dabei am Anfang der Überlegung. Sie gehört ans Ende.
Am Anfang stehen zwei andere Größen: wie viel du in diesem Trade riskieren willst, und wo deine These widerlegt ist. Der Stop gehört dorthin, wo der Chart dir sagt, dass du falsch liegst — nicht dorthin, wo zufällig ein bestimmter Euro-Betrag erreicht ist. Aus diesen beiden Angaben ergibt sich die Positionsgröße von selbst.
Die richtige Reihenfolge für jeden Trade:
- Marktanalyse und Setup-Identifikation
- Risiko festlegen — nach den vier Kriterien, gedeckelt bei 1 Prozent des Kontos
- Technisch sinnvollen Stop bestimmen — dort, wo die These widerlegt ist
- Positionsgröße berechnen — sie ergibt sich aus Schritt 2 und 3
- Trade ausführen und den Plan befolgen
Die Positionsgröße ist ein Ergebnis, keine Entscheidung. Sie fällt aus Schritt 2 und 3 heraus. Wer sie vorher festlegt, muss anschließend eine der beiden anderen Größen verbiegen — meistens den Stop.
Ein Beispiel: Der DAX handelt bei 18.000, darunter liegt eine Zone, die mehrfach gehalten hat. Der Stop gehört unter diese Zone, sagen wir 17.940 — das sind 60 Punkte. Erst danach steht die Frage an, wie viele CFDs in den Trade passen: so viele, dass diese 60 Punkte genau dem vorher festgelegten Risiko entsprechen.
Wie viel Risiko ein Setup verdient
Nicht jeder Trade verdient dasselbe Risiko. Die Obergrenze ist aber immer dieselbe: maximal 1 Prozent des Kontos — bei Aktien genauso wie bei CFDs, Futures oder Krypto. Die Frage lautet also nie, ob ein Setup mehr als 1 Prozent rechtfertigt, sondern wie nah es an dieses eine Prozent heranreicht.
Die vier Kriterien
Die Höhe des Risikos innerhalb dieses Prozents leite ich aus vier Kriterien ab. Sie sind bewusst einfach gehalten, weil sie im Moment der Entscheidung schnell abfragbar sein müssen.
Die vier Kriterien:
- Setup-Qualität — wie sauber ist die Formation?
- Trendlage — läuft der Trade mit dem übergeordneten Trend?
- Zonenqualität — trägt der Bereich, oder ist er dünn und schon oft angelaufen?
- Marktverhalten — verhält sich der Markt gerade berechenbar?
Je mehr dieser Kriterien erfüllt sind, desto näher liegt das Risiko am Deckel von 1 Prozent. Sind mehrere Kriterien schwach, wird das Risiko reduziert — oder der Trade fällt raus. Nach oben gibt es keine Abstufung: Kein Setup ist so gut, dass es mehr als 1 Prozent rechtfertigt. Für gehebelte Produkte gilt dieselbe Grenze wie für ungehebelte. Der Hebel verändert die Positionsgröße, nicht das erlaubte Risiko.
Wichtiger Hinweis: Auch ein Setup, das alle vier Kriterien erfüllt, kann scheitern. Deshalb steht der Deckel fest, bevor der Trade läuft — nicht danach.
Das CRV ist ein Ergebnis, kein Eingabewert
Eine feste Untergrenze für das Chance-Risiko-Verhältnis gibt es hier nicht. Das Ziel wird aus der Struktur abgeleitet — nächstes Hindernis, nächste Zone, nächstes Swing-Extrem —, genauso wie der Stop. Wer vorab ein Verhältnis vorgibt, erfindet das Ziel, statt es zu finden.
Das Verhältnis ergibt sich also erst, wenn Einstieg, Stop und Ziel im Chart stehen. Passt es nicht, fällt der Trade raus. Was nie passiert: den Stop weiter wegziehen, damit das Verhältnis schöner aussieht. Damit wird das Risiko real größer und nur die Zahl auf dem Papier besser.
Wenn Kriterien fehlen
Der Normalfall ist nicht das perfekte Setup, sondern das teilweise erfüllte: Der Trend stimmt, aber die Zone ist schon dreimal angelaufen. Oder die Formation ist sauber, der Markt läuft aber gerade sprunghaft. Solche Trades sind nicht verboten — sie bekommen weniger Risiko.
Praktisch heißt das: statt des vollen Prozents nur die Hälfte oder ein Viertel. Der Rechner braucht dafür keine andere Logik, du gibst schlicht einen kleineren Risikoprozentsatz ein. Das Ergebnis ist eine kleinere Position bei unverändertem Stop.
Wann ein Trade ganz ausfällt
Es gibt Situationen, in denen auch eine Reduzierung nicht mehr hilft. Wenn drei der vier Kriterien schwach sind, wenn der Einstieg nur deshalb reizt, weil seit Tagen kein Trade da war, oder wenn der Stop sich nur noch willkürlich setzen lässt — dann ist die richtige Größe null.
Kein Trade ist ebenfalls eine Entscheidung, und in der Jahresstatistik ist sie oft die wertvollste. Fünf bis zehn saubere Situationen im Monat reichen aus.
Warum der Hebel nichts am erlaubten Risiko ändert
Ein Hebel von 30:1 heißt, dass 1.000 Euro Kapitaleinsatz eine Position von 30.000 Euro bewegen. Am erlaubten Risiko ändert das nichts: Es bleibt bei maximal 1 Prozent des Kontos. Der Hebel bestimmt, wie viel Kapital gebunden wird — nicht, wie viel du verlieren darfst.
Die Hebel-Realität in Zahlen:
- 10:1 Hebel: 10% Gegenbewegung = Totalverlust
- 30:1 Hebel: 3.33% Gegenbewegung = Totalverlust
- 50:1 Hebel: 2% Gegenbewegung = Totalverlust
- 100:1 Hebel: 1% Gegenbewegung = Totalverlust
Zum Vergleich: Der DAX bewegt sich an einem durchschnittlichen Tag um 1-2%. An volatilen Tagen können es auch mal 3-4% sein. Mit anderen Worten: Ein einziger schlechter Tag kann dich mit hohem Hebel komplett auslöschen.
Daraus folgt: Je höher der Hebel, desto kleiner die Position. Der Rechner berücksichtigt das automatisch. Ein Hebel von 30:1 bedeutet nicht, dass du das Dreißigfache riskieren kannst, sondern dass dieselbe Risikosumme eine entsprechend kleinere Position ergibt.
📊 Ratgeber-Box: Die 1%-Regel Viele Profi-Trader schwören auf die 1%-Regel: Nie mehr als 1% des Gesamtkapitals pro Trade riskieren. Bei einem 10.000€ Konto sind das 100€. Klingt wenig? Ist es auch. Aber nach 10 Verlusttrades hast du immer noch 90% deines Kapitals. Die meisten Anfänger sind nach 10 Verlusttrades pleite.
Der Unterschied zwischen CFDs, Futures und Spot-Trading
Nicht alle Finanzinstrumente sind gleich, und unser Rechner weiß das. Die Positionsberechnung für eine Apple-Aktie unterscheidet sich fundamental von der für einen EUR/USD Forex-Trade oder einen DAX-Future. Lass uns die Unterschiede durchgehen.
Spot-Trading: Die einfache Welt der Aktien
Beim Spot-Trading kaufst du das tatsächliche Asset. 100 Apple-Aktien bedeuten, dass du wirklich 100 Anteile an Apple besitzt. Die Rechnung ist simpel: Wenn Apple bei 150 $ steht und dein Stop bei 145 $ liegt, riskierst du 5 $ pro Aktie. Bei 100 Aktien sind das 500 $ Risiko. Einfach, transparent, keine versteckten Überraschungen.
Vorteile des Spot-Tradings:
- Keine Margin Calls
- Kein Verfallsdatum
- Echtes Eigentum am Asset
- Dividenden-Berechtigung bei Aktien
- Einfache, transparente Kostenstruktur
Der Vorteil beim Spot-Trading ist, dass du keine Margin Calls fürchten musst. Selbst wenn die Aktie 50% fällt, besitzt du immer noch die Aktien. Du bist nicht gezwungen zu verkaufen, es sei denn, dein Stop-Loss wird ausgelöst. Das gibt dir psychologische Sicherheit und erlaubt dir, auch mal einen größeren Drawdown auszusitzen.
CFD-Trading: Die Welt der Kontrakte
CFDs (Contracts for Difference) sind eine andere Geschichte. Hier handelst du nicht das Asset selbst, sondern einen Kontrakt über die Preisdifferenz. Das ermöglicht dir, mit Hebel zu handeln und auch auf fallende Kurse zu setzen. Aber es macht die Positionsberechnung komplexer.
Bei Forex-CFDs musst du in Pips denken. Ein Pip (Percentage in Point) ist die kleinste Preisänderung. Bei EUR/USD ist ein Pip die vierte Nachkommastelle (0.0001), bei USD/JPY die zweite (0.01). Ein Standard-Lot (100.000 Einheiten) bedeutet, dass jeder Pip 10$ wert ist. Ein Mini-Lot (10.000 Einheiten) entspricht 1$ pro Pip.
Die wichtigsten CFD-Spezifikationen:
- Forex Major Pairs: 1 Lot = 100.000 Einheiten, 1 Pip = 10€
- DAX CFD: 1 CFD = 1€ pro Punkt
- Gold CFD: 1 CFD = 1$ pro Dollar Bewegung
- Öl CFD: 1 CFD = 10$ pro Dollar Bewegung
Unser Rechner nimmt dir diese Kopfschmerzen ab. Du gibst einfach Entry und Stop-Loss ein, und er berechnet automatisch die richtige Lot-Größe basierend auf deinem Risiko.
Future-Trading: standardisierte Kontrakte
Futures sind standardisierte Kontrakte mit festen Spezifikationen. Ein DAX-Future hat einen Punktwert von 25€. Das bedeutet: Bewegt sich der DAX um einen Punkt, gewinnst oder verlierst du 25€ pro Kontrakt. Ein E-Mini S&P 500 Future hat einen Punktwert von 50$.
Die hohen Punktwerte machen Futures zu einem mächtigen, aber auch gefährlichen Instrument. Eine 100-Punkte-Bewegung im DAX bedeutet 2.500€ Gewinn oder Verlust pro Kontrakt. Deshalb ist die korrekte Positionsberechnung hier absolut kritisch.
Hinweis: Futures haben oft die niedrigsten Kosten pro gehandeltem Volumen. Die Kapitalschwelle folgt trotzdem aus dem 1-Prozent-Deckel und nicht aus dem Gefühl: Der kleinste DAX-Kontrakt, der Micro-Future, bewegt 1 Euro pro Punkt. Ein charttechnisch sinnvoller Stop liegt im DAX selten unter 100 Punkten, bei Haltedauern von Tagen bis Wochen eher bei 200 bis 300. Das sind 100 bis 300 Euro Risiko für den kleinsten Kontrakt, den es gibt — und teilen lässt er sich nicht. Erst ab etwa 50.000 Euro Kontogröße bleibt dieses Risiko sicher unter einem Prozent und die Position lässt sich überhaupt abstufen. Beim großen DAX-Future mit 25 Euro pro Punkt gilt dieselbe Rechnung mal fünfundzwanzig.
Die versteckten Kosten: Spread, Kommission und Slippage
Dein Break-Even liegt nie bei deinem Entry-Preis. Diese simple Wahrheit ignorieren erstaunlich viele Trader. Jeder Trade kostet Geld, noch bevor der Markt sich bewegt hat. Unser Rechner berücksichtigt diese Kosten und zeigt dir den wahren Break-Even.
Die drei Kostenfaktoren im Detail:
1. Spread-Kosten: Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei liquiden Märkten wie EUR/USD kann er nur 1-2 Pips betragen. Bei exotischen Währungspaaren oder kleinen Aktien können es auch mal 10-20 Pips oder mehr sein. Du startest jeden Trade mit einem kleinen Minus – das ist normal und eingepreist.
2. Kommissionen: Die Kommission variiert je nach Broker und Instrument. Manche Broker arbeiten nur mit Spread, andere nehmen eine fixe Kommission pro Trade. Bei Aktien können das 0.1% des Handelsvolumens sein, bei Futures eine fixe Gebühr pro Kontrakt.
3. Slippage: Slippage fällt am wenigsten auf und kostet am meisten. Das ist die Differenz zwischen dem Preis, den du erwartest, und dem Preis, den du tatsächlich bekommst. In volatilen Märkten oder bei großen Positionen kann sie erheblich sein.
Ein Beispiel, durchgerechnet
Lass uns durch einen typischen Trading-Tag gehen und sehen, wie der Positionsgrößen-Rechner in der Praxis funktioniert.
Es ist Montagmorgen, 8:30 Uhr. Du schaust auf die Märkte und siehst, dass der DAX am Freitag an einer wichtigen Unterstützung bei 17.950 abgeprallt ist. Der Pre-Market zeigt eine Eröffnung bei 18.000 an. Das sieht nach einem soliden Long-Setup aus.
Dein Trading-Prozess Schritt für Schritt:
- Kontogröße eingeben: 10.000 €
- Vier Kriterien prüfen: Trend und Zone stark, Formation sauber, Marktverhalten unruhig — drei von vier
- Risiko festlegen: 0,75 % statt der vollen 1 % = 75 €
- Stop bestimmen: 17.940, unter der Zone — dort ist die These widerlegt
- Entry: 18.000
- Positionsgröße berechnen: 60 Punkte Abstand, 75 € Risiko → 1,25 CFDs
- Abrunden: Lässt dein Broker nur ganze CFDs zu, wird daraus 1 CFD — und damit 60 € tatsächliches Risiko statt 75 €. Abgerundet wird immer, aufgerundet nie.
- Ziel aus der Struktur ableiten: das nächste Hindernis im Chart, hier das Swing-Hoch bei 18.150
Der DAX steigt zunächst, dreht bei 18.080 und läuft in den Stop. Verlust: 60 Euro — die 75 Euro waren die Obergrenze, das Abrunden hat daraus 60 gemacht. Das Konto steht bei 9.940 Euro, der nächste Trade ist davon unbeeinflusst. Genau dafür ist der Deckel da.
🎯 Praxis-Tipp: Führe ein Trading-Journal und notiere nicht nur deine Trades, sondern auch deine Positionsgrößen-Berechnung. Nach 100 Trades wirst du Muster erkennen und dein Risikomanagement verfeinern können.
Die Psychologie des Risikomanagements
Gutes Risikomanagement ist nicht nur Mathematik – es ist auch Psychologie. Wenn du weißt, dass du maximal 1% pro Trade verlieren kannst, tradest du entspannter. Du jagst keinen Verlusten hinterher, du fühlst dich nicht gezwungen, „den großen Trade“ zu machen.
Diese psychologische Sicherheit ist unbezahlbar. Sie erlaubt dir, objektiv zu bleiben, deinem Tradingplan zu folgen und nicht aus Emotionen heraus zu handeln. Der Positionsgrößen-Rechner ist also nicht nur ein Tool für dein Konto – es ist auch ein Tool für deinen Kopf.
Die psychologischen Vorteile im Überblick:
- Reduzierter Stress: Du weißt immer dein maximales Risiko
- Keine Panik: Verluste sind einkalkuliert und verkraftbar
- Bessere Entscheidungen: Ohne Existenzangst tradest du rationaler
- Längere Ausdauer: Du bleibst auch nach Verlustserien im Spiel
- Mehr Selbstvertrauen: Klare Regeln geben Sicherheit
Was ist ein Lot – und was heißt Lot Size?
Ein Lot ist die Standard-Handelsgröße im Forex-Markt: 100.000 Einheiten der Basiswährung. Ein Mini-Lot sind 10.000, ein Micro-Lot 1.000 Einheiten. Die Lot Size ist also nichts anderes als deine Positionsgröße in dieser Einheit. Der Rechner gibt sie dir direkt aus, du musst nichts umrechnen.
Wie berechne ich die Lot Size aus Stop-Loss und Risiko?
Die Formel: Risikobetrag geteilt durch Stop-Loss-Abstand in Pips mal Pip-Wert pro Lot. Beispiel: 100 € Risiko, 50 Pips Stop, 10 € Pip-Wert → 0,2 Lots. Genau diese Rechnung nimmt dir der Rechner oben ab, inklusive JPY-Sonderfällen und Kontraktgrößen.
Die Evolution deines Tradings
Mit der Zeit wirst du feststellen, dass sich dein Trading entwickelt. Vielleicht startest du mit einfachen Aktien-Trades, gehst dann zu CFDs über und wagst dich irgendwann an Futures. Der Rechner wächst mit dir mit. Er hat einen Basis-Modus für Anfänger und einen Experten-Modus für Fortgeschrittene.
Im Experten-Modus kannst du spezifische Instrumente auswählen, Kommissionen einberechnen und sogar verschiedene Kontraktgrößen berücksichtigen. Das ist besonders wichtig, wenn du international handelst und mit verschiedenen Währungen jonglierst.
Häufige Fragen und Probleme zur Positionsgröße
Die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden — beantwortet aus 17 Jahren am Markt, nicht aus Lehrbüchern.
Der Rechner sagt mir 0.3 CFDs – mein Broker erlaubt aber nur ganze Zahlen?
Runde immer ab, niemals auf. Wenn der Rechner 0,3 CFDs ausgibt und du auf 1 aufrundest, verdreifachst du dein Risiko. Kommt nach dem Abrunden null heraus, ist der Trade für dein Konto zu groß — dann fällt er aus. Der naheliegende Ausweg wäre, den Stop enger zu ziehen, damit die Rechnung aufgeht. Genau das ist der Fehler, den diese Seite verhindern soll: Der Stop gehört dorthin, wo die These widerlegt ist, nicht dorthin, wo die Positionsgröße passt.
Warum zeigt der Rechner bei Forex so kleine Positionen?
Weil der Hebel die Position vergrößert, nicht das erlaubte Risiko. Eine Position von 0,01 Lot wirkt klein, bewegt bei 30:1 aber ein Vielfaches des eingesetzten Kapitals. Der Rechner rechnet vom Risiko rückwärts — was klein aussieht, ist bei diesen Hebeln genau die richtige Größe.
Ich habe ein 500€ Konto – kann ich trotzdem DAX-Futures handeln?
Technisch ja, es gibt Micro-Futures. Praktisch trägt ein Konto mit 500 Euro keine sinnvolle Future-Position: Ein Prozent Risiko sind hier 5 Euro, und das ist weniger, als ein einzelner Micro-Kontrakt an einem normalen Tag schwankt. Sinnvoll sind Instrumente, bei denen sich die Positionsgröße fein genug abstufen lässt — CFDs oder Micro-Lots im Forex.
Der Break-Even liegt höher als mein Entry – ist das ein Fehler?
Nein, das ist kein Fehler, sondern Realität. Spread und Kommission bedeuten, dass du erst mal ins Minus startest. Bei einem 2-Pip-Spread im EUR/USD musst du erst mal diese 2 Pips verdienen, bevor du im Plus bist. Der Rechner zeigt dir das transparent an.
Warum unterscheidet der Rechner zwischen JPY-Paaren und anderen Forex-Pairs?
JPY-Paare haben eine andere Pip-Struktur. Während EUR/USD vier Nachkommastellen hat (1.0800), hat USD/JPY nur zwei (108.00). Ein Pip ist bei JPY-Paaren also 0.01 statt 0.0001. Der Rechner erkennt das automatisch am Preisniveau.
Ich trade Krypto – warum gibt’s keine speziellen Krypto-Features?
Krypto ist im Prinzip Spot-Trading, nur volatiler. Du kaufst echte Coins oder Bruchteile davon, ohne Hebel. Die Rechnung ist dieselbe wie bei Aktien: Risiko geteilt durch Stop-Abstand. Die Schwierigkeit liegt nicht in der Berechnung, sondern darin, dass die Stops wegen der Schwankungsbreite weiter entfernt liegen — und die Position dadurch entsprechend kleiner ausfällt.
Mein Broker bietet 500:1 Hebel – warum rät der Artikel davon ab?
Ein Hebel von 500:1 bedeutet, dass eine Bewegung von 0,2 Prozent gegen dich die eingesetzte Margin aufbraucht. Der DAX bewegt sich an einem durchschnittlichen Tag um das Fünf- bis Zehnfache davon. Technisch möglich heißt hier schlicht: rechnerisch nicht durchzuhalten.
Der Rechner sagt 2.7 Lots, aber ich will eine runde Zahl?
Der Drang nach „runden Zahlen“ ist psychologisch verständlich, aber Trading-technisch gefährlich. 2.7 Lots sind berechnet für dein spezifisches Risiko. 3 Lots bedeuten 11% mehr Risiko. Bei 10 Trades summiert sich das zu einem kompletten Extra-Verlust. Bleib bei den berechneten Zahlen.
Kann ich bei sehr guten Setups nicht einfach mein Risiko verdoppeln?
Nein. Das eine Prozent ist eine Obergrenze, keine Richtgröße, die man bei Bedarf anhebt. Die vier Kriterien — Setup-Qualität, Trendlage, Zonenqualität, Marktverhalten — wirken ausschließlich unterhalb dieser Grenze: Sie entscheiden, ob du bei 0,25, bei 0,5 oder bei vollen 1 Prozent landest. Nach oben gibt es nichts zu entscheiden. Und praktisch: Wer heute beim sehr guten Setup verdoppelt, verdoppelt in vier Wochen beim ganz ordentlichen.
Warum soll ich nur 1% riskieren? Profis riskieren doch mehr?
Umgekehrt. Wer beruflich Geld verwaltet, arbeitet mit engeren Risikovorgaben, nicht mit weiteren — ein Drawdown hat dort unmittelbare Folgen. Ein Prozent klingt nach wenig und ist genau der Grund, warum ein Konto zehn Verlusttrades in Folge übersteht und danach noch handlungsfähig ist.
Der Rechner berücksichtigt keine Gaps – ist das ein Problem?
Gaps sind tatsächlich ein Risiko, besonders über Nacht oder übers Wochenende. Der Rechner kann keine Gaps vorhersehen, aber du kannst dich schützen: Trade keine Positionen über wichtige News-Events, reduziere Positionen vor dem Wochenende, und nutze garantierte Stop-Loss-Orders, wenn dein Broker sie anbietet.
Ich verstehe die ganzen Einstellungen im Experten-Modus nicht?
Dann bleib beim Basis-Modus. Der Experten-Modus ist für Trader, die genau wissen, was sie tun. Wenn dir Kontraktgrößen oder Pip-Werte noch nichts sagen, lernst du das besser an einer Stelle, an der kein Geld daran hängt. Die Feinheiten kommen später von selbst.
Was am Ende zählt
Der Rechner ist ein unspektakuläres Werkzeug. Er nimmt eine Entscheidung aus dem Moment heraus, in dem sie am schlechtesten getroffen wird — kurz vor dem Einstieg, wenn der Chart gerade besonders überzeugend aussieht.
Vor jedem Trade: Risiko festlegen, Stop dorthin setzen, wo die These widerlegt ist, Größe ausrechnen, danach handeln. Diese Reihenfolge ist der eigentliche Inhalt dieser Seite. Alles andere ist Erfahrung — und die entsteht nur, wenn das Konto lange genug durchhält.
Disclaimer: Trading birgt erhebliche Risiken und ist nicht für jeden geeignet. Dieser Rechner ist ein Hilfsmittel für das Risikomanagement, garantiert aber keine Gewinne. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Handle nur mit Kapital, dessen Verlust du dir leisten kannst.
